
Lesesommer Rheinland-Pfalz
Fragt man die Deutschen nach ihrem wichtigsten Möbelstück, taucht eines in der Liste – neben Bett und Sofa auf den Spitzenpositionen – gar nicht auf, von dem ich aber sicher sagen kann: In Wirklichkeit ist es das wichtigste: das Bücherregal. Denn wo es zu Hause fehlt, fehlt so viel mehr. Ich weiß das aus eigener Erfahrung, denn in meiner Kindheit fehlte es. Heute nimmt es dafür bei mir zu Hause den großen Teil der Wände ein, auch bei meinen Kindern, und das ist ein großes Glück. Denn jedes Buch, das man liest, eröffnet eine neue Welt an Wörtern, Ideen, Perspektiven. Nichts lohnt sich mehr für eine Gesellschaft, zumal eine demokratische, als Bücherregale zu füllen und die Freude daran zu wecken, dass junge Menschen immer wieder hineingreifen.
Das macht der Lesesommer jetzt zum 19. Mal sehr erfolgreich. Mehr als 25.000 Kinder und Jugendliche haben während des letzten Lesesommers in und um die Sommerferien in mehr als 220 Bibliotheken mehr als 215.000 Bücher ausgeliehen – ein neuer Rekord, den wir hoffentlich dieses Jahr noch überbieten können!
Denn jedes gelesene Buch ist ein Gewinn im eigenen Leben und für unsere Gesellschaft. Lesen macht nachweislich glücklich und dazu hilft es, besser lernen zu können und sich mit Wissen und Verständnis für eine Welt zu wappnen, in der man ständig entscheiden muss, ob etwas, das man liest oder hört, eine frei erfundene Geschichte oder die Wirklichkeit ist. Das macht die zentrale Kulturtechnik Lesen heute noch aktueller und wichtiger denn je.
Mein besonderer Dank gilt deshalb allen, die den Lesesommer durch ihr Engagement in den Bibliotheken und darüber hinaus möglich machen, und er gilt allen Schulleiterinnen und Schulleitern sowie Lehrkräften. Der Spaß am Lesen ist eine Superkraft für das eigene Leben, die wir in jedem Kind und Jugendlichen wecken können und müssen.
Für den Lesesommer 2026 wünsche ich allen Beteiligten viele spannende Entdeckungen in den Bücherregalen unseres Landes und viel Spaß beim kreativen Weiterdenken. Allen einen schönen Lesesommer!
Sven Teuber
Minister für Kultur des Landes Rheinland-Pfalz


